Bill Murray & Scarlett Johannson in Höchstform
Ein alternder US-Filmstar (Bill Murray - Deutsche Stimme: Arne Elsholtz) kommt nach Tokio, um dort Werbeaufnahmen zu machen. Neben Verständigungsproblemen ("Kennen Sie Logel Moole?") zeigt Regisseurin Sofia Coppola die Einsamkeit des Mannes aus Amerika. Im Hotel trifft er auf die junge Charlotte (Scarlett Johansson - Deutsche Stimme: Maren Rainer), die ihren Mann, einen Fotografen, begleitet. Auch sie ist alleine und versucht die Tage in dem fremden Land irgendwie sinnvoll zu verbringen. Die beiden entdecken ihre Seelenverwandtschaft und erkunden gemeinsam die asiatische Großstadt.
Ihr Verhältnis wird erst durch den zu Recht viel diskutierten Schluß etwas offengelegt. Das große Finale, das nicht im typischen Hollywood-Stil angelegt ist, bietet Raum für Spekulation und macht "Lost in translation" zum Spitzenfilm, der bei jedem Zuseher einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Das Produktionsteam schuf übrigens einen optisches Meisterwerk, das teilweise ohne große Vorbereitung an öffentlichen Plätzen gedreht wurde und wo die Musik perfekt zur Bildsprache passt. Die beiden Hauptdarsteller wirken in ihren Rollen so authentisch, dass man ihnen die Geschichte vollständig abkauft und sich so perfekt in die Handlung hineinversetzen kann. Bewertung: 10 von 10 Punkten. (Markus Waibel, 2005-09-29)
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Kurzrezension:
Wie in einem angenehmen Traum umgibt Sofia Coppolas Lost in Translation den Zuschauer mit einer Aura aus fantastischem Licht, stimmungsvoller Geräuschkulisse, faszinierender Liebe und einem Gefühl von Déjà-Vu, selbst wenn man noch nie jene neonbeleuchtete Version von Tokio besucht hat.
Genauso ergeht es auch Bob Harris. Der etwa 50-jährige Schauspieler hat einen lukrativen Vertrag für eine Whiskey-Werbekampagne unterschrieben, anstatt etwas Gutes für seine Karriere oder seine weit von ihm entfernte Familie zu tun. Nachdem er Probleme mit dem Jetlag und seinem japanisch sprechenden Regisseur hat und sich in der Großstadt nicht zurechtfindet, freundet er sich mit der 25-jährigen verheirateten, aber unter Liebeskummer leidenden Charlotte an, die mit enormer Gelassenheit von der 18-jährigen Scarlett Johansson verkörpert wird. Selbst bevor sie von ihrem Ehemann, einem Fotografen, beinahe verlassen wird, fühlt sie sich ebenso wie Harris verloren, wobei ihr zudem noch ihre Jugend im Wege steht.
Wie Charlotte und Bill ihre Seelenverwandtschaft entdecken wird man als Zuschauer noch über Jahre hinweg in Erinnerung behalten. Der Film unter der Regie von Sofia Coppola (The Virgin Suicides) besticht mehr durch seine Atmosphäre als das Drehbuch: Wir wirbeln durch Tokioter Partys, Karaoke-Bars und das seltsame Nachtleben, bis wir immer in dem unmöglich edlen Hotel landen, wo die beiden abgestiegen sind. Die Anflüge bittersüßer Einsamkeit von Bill und Charlotte werden klug und romantisch behandelt, aber anders als in modernen Filmen aus Hollywoodstudios handelt es sich hierbei nicht um eine Hals-über-Kopf-Liebesromanze.
Sicher und beständig endet der Film in einem viel diskutierten Schlussakkord, der manche vielleicht ein wenig vor den Kopf stoßen wird, aber dennoch jene Filmliebhaber, die schon immer "Paris im Herzen trugen", mit einer neuen cineastischen Liebeserklärung belohnt. (Doug Thomas, Amazon-Redaktion)
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