Dies & das zu John Carpenter:
John Carpenter (*16.01.1948) gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren der USA und wurde vor allem durch seine "Halloween"-Reihe berühmt. Er wuchs in Bowling Green/Kentucky auf und sein Vater war Musiker bzw. Musiklehrer, weshalb Carpenter Violine, Klavier und Gitarre lernte. Während seiner Schulzeit in Kentucky spielte er auch in einer Band, wollte aber immer Filme machen. Sein musikalisches Hobby brachte er jedoch häufig wieder bei der Komposition der Scores ein. Wobei gerade der Einsatz von Synthesizern deutlich zu hören ist. Der diesbezügliche Ansatz war jedoch nicht die elektronische Musik, sondern eher die klassische Komposition. So beeinflusste ihn Bernard Herrmann ("Psycho") nach eigenen Aussagen sehr. Während ihm große Filmthemen wie die von "Krieg der Sterne" persönlich sehr gefallen, wählt er für seine Streifen eher einen musikalischen Teppich, um die Handlung zu untermalen.
Im Jahr 1968 kam John Carpenter nach Hollywood und schaute sich in seinem Lieblingskino, dem Los Angeles Theatre, so ziemlich jeden Film an, der damals herauskam. Das war quasi die "Hauptausbildung" zum Regisseur, die er neben seinem Studium an der U.S.C. (University of Southern California - Schools of Music & Cinema-Television) absolvierte. Zuvor hatte erbereits an der Western Kentucky Universität studiert, ging jedoch kurz vor dem Abschluss nach Kalifornien.
In der Dokumentation "John Carpenter - Fürst der Dunkelheit" erklärt der Altmeister viele Hintergründe zu seinen Filmen. Er ist auch der Ansicht, dass Filme nicht politisch oder intellektuell sind, sondern rein emotional.
Sein wohl bekanntester Film ist "Halloween", wo er 18 Jahre nach dem Horrorschocker "Psycho" mit Jamie Lee Curtis die Tochter der damaligen Hauptdarstellerin Janet Leigh berühmt machte. Mit diesen "Slasher"-Movies begründete Carpenter ein neues Genre, das mit Reihen wie "Freitag der 13.", "Nightmare" oder auch "Scream" Fortsetzung fand. Darin geht es um rücksichtlose Killer, die einfach ohne Skrupel über unschuldige Menschen herfallen.
Auch abseits des Horror-Genres versuchte sich John Carpenter: Während er mit "Starman" einen nach eigenen Aussagen "Mädchenfilm" ablieferte, war der für den Mainstream konzipierte Film "Big Trouble in Little China" ein veritabler Flop, weswegen er dem klassisischen Hollywood-Kino endgültig den Rücken kehrte.
Sehenswert ist der mit großem Budget gedrehte Schocker "The Thing - Das Ding aus einer anderen Welt" und natürlich "The Fog - Der Nebel des Grauens". Die Roman-Verfilmung "Christine" rund um ein mordendes Auto trägt dagegen mehr die Handschrift des Autors Stephen King. "Die Klapperschlange (Escape from New York)" bzw. "Flucht aus L.A." sind zwei weitere, düstere Werke, die mit dem Carpenter's Lieblingsschauspieler Kurt Russell besetzt wurden. Neuere Filme wie "Vampire" (1998) oder "Ghosts of Mars" (2001) sind weniger erwähnenswert.
Hintergründe zu den Filmen von John Carpenter:
- Roman Polanski bezeichnet er als eines seiner Vorbilder.
- Für "Die Klapperschlange (Escape from New York)" hatte Kurt Russell bereits die Zusage für die Hauptrolle, denn der Regisseur kannte den früheren Disney-Kinderstar bereits von den Dreharbeiten zu "Elvis", jedoch hätte Charles Bronson gerne die Hauptrolle gespielt. Nun könnte in einem Remake sein Sohn Josh Brolin zum Zug kommen, berichtet die französische Website "Spielberg News"
- "The Thing" wurde deshalb kein großer Kinoerfolg, weil zeitgleich "E.T." von Steven Spielberg erschien
Der Film-Produktionsdesigner Tommy Wallace kaufte eine Gesichts-Maske von "Raumschiff Enterprise"-Star William Shatner auf dem Hollywood Boulevard in Los Angeles und machte daraus die schreckliche Horrormaske von Mike Myers für den Film "Halloween".