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Infos über den Komiker:

Der Comedian im Interview mit Markus Waibel

Ciro De Luca

(Bild: Mani Hausler)

Star-Komödiant Ciro De Luca über Politik, Kollegen und seine Zukunft

Seinen großen Durchbruch schaffte er mit der eigenen ORF TV-Show. Seit er als Bundespräsident Klestil „mit großer Sorge“ auf Ö3 zu hören war, kennt ihn jedes Kind: Ciro De Luca. Der Comedian stand Markus Waibel im August 2004 anlässlich eines Theater-Auftritts in Steyr bzw. einer Show in Linz Rede und Antwort.

Markus Waibel: Ihre "Sorgenblicke" im Hitradio Ö3 waren ja eine ungemein erfolgreiche Comedy, wie stehen Sie heute dazu?
Ciro De Luca: Für mich ist die Persiflage von Dr. Thomas Klestil im wahrsten Sinne des Wortes „gestorben“. Viele haben mich gefragt: „Willst Du die auf der Bühne weiter machen?“ Natürlich nicht. Ich habe es auch für richtig empfunden zu kondolieren und der Hofburg bzw. der Familie zu schreiben und mich dafür zu bedanken, dass es von dieser Seite keine Einwände gegen die Comedy gegeben hat.
Markus Waibel: Wie sehen die Rückmeldungen auf Ihre Arbeit aus? Gibt es z. B. von Seiten der Politik Beschwerden?
Ciro De Luca: Ja, manche Leute sind da schon sehr kleinlich. Es gab aus Kärnten einmal eine indirekte Einladung zum Essen. Aber meine Nahrungsaufnahme teile ich nur mit Freunden. Außerdem ist derzeit keine Spargelsaison (lacht).
Markus Waibel: Sie sind in Österreich sehr bekannt und haben auch im Ausland Auftritte absolviert, beispielsweise im Quatsch-Comedy-Club in Berlin. Wie war diese Erfahrung?
Ciro De Luca: Bei uns bin ich der Lokal-Matador und hier sagen die Leute auf der Straße von „Gsi-Berg“ bis ins Burgenland: „He, der De Luca“. Und in Berlin kennt mich kein Schwein. Das ist hammerhart, und dort zu bestehen ist schön. Riesenauswahl im T-Online Shop

Ciro De Luca in Steyr

(Bild: Markus Waibel)

Markus Waibel: Wie sieht Ihr Verhältnis zu anderen Comedians aus?
Ciro De Luca: Das existiert eigentlich nicht. An Leute wie Michael „Bully“ Herbig kommst Du einfach nicht ran, die befinden sich in einer Über-Liga. Ich habe einmal Stefan Raab getroffen – ein lieber Kerl, der auch privat sehr lustig ist. In Österreich gibt es im Comedy-Bereich EINE riesige Agentur, die hat 90 Prozent aller Künstler unter Vertrag. Und mit denen habe ich als Freelancer so gut wie nie Kontakt. Es gibt auch untereinander keine Kooperation. Ich treffe zwar den Andreas Vitasek gelegentlich beim Einkaufen auf dem Wiener Rochusmarkt und plaudere mit ihm, aber sonst gibt es keine wirklichen Berührungspunkte mit anderen Comedians.


Markus Waibel: Wäre es nicht besser, wenn sich die verschiedenen Künstler Ihrer Branche zusammentäten, um gemeinsam österreichische Comedy zu machen? Dann wären auch die Verdienstmöglichkeiten besser und viele müssten nicht mehr so kämpfen, dass sie finanziell über die Runden kommen.
Ciro De Luca: Man macht diesen Job ja nicht nur um über die Runden zu kommen, sondern um das Publikum zu unterhalten. Wenn ich gut verdienen will, dann gehe ich als Makler zu einer Versicherung und bekomme das 10fache meines Einkommens. Es wäre für mich auch kein Problem, einem Eskimo einen Eiskasten zu verkaufen ...
Markus Waibel: Sie haben eine klassische Schauspielausbildung absolviert und waren mit dem Lustspiel „Arlecchino spielt verrückt“ an der Seite von Christian und Andrea Spatzek auch in Steyr zu Gast. Könnten Sie sich vorstellen, mehr Theaterrollen – vielleicht sogar ernste – zu übernehmen?
Ciro De Luca: Ich möchte nur in Komödien mitwirken. Mir liegen die lustigen Stücke einfach mehr, die sind noch dazu schwerer zu spielen. Ich würde nie den Dr. Schiwago verkörpern wollen, höchstens wenn es eine lustige Variante davon gäbe. Um ernste Rollen zu spielen, muss man ein fader Mensch sein, das bin ich nicht.
Markus Waibel: Sie sind ja viel unterwegs und machen immer mehrere Dinge gleichzeitig. Was sind Ihre nächsten Pläne?
Ciro De Luca: Im Herbst tut sich bei mir einiges: Zunächst startet im Ö3-Wecker die neue Comedy mit dem Titel „Stand up“. Dann ist eine CD-Veröffentlichung geplant und in den nächsten Monaten wird auch die „Best of De Luca“-DVD herauskommen.
Interview: Markus Waibel 001_promo_webstore_468x60