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Der Brachialkomiker im Porträt:

Sacha Baron Cohen als "Borat"

(Foto: Wikipedia / Michael Bulcik / SKS Soft GmbH)

Sacha Baron Cohen (* 13. Oktober 1971 in Surrey, England) ist ein englischer Komiker und Schauspieler, der besonders für die durch ihn verkörperten Charaktere Ali G und Borat bekannt ist.

Baron Cohen wuchs in einer jüdischen Familie auf, sein Vater stammt aus Wales und seine Mutter ist in Israel geboren, ihre Familie kam ursprünglich aus dem Iran. In seiner Jugend war Baron Cohen aktives Mitglied bei der jüdischen Jugendorganisation Habonim Dror. Dort sammelte er in einer Theatergruppe auch erste schauspielerische Erfahrungen. Er war in der Schule schon früh sehr talentiert und sprachgewandt und gewann mit acht Jahren einen Aufsatzwettbewerb in der Times in dem er die korrekte Verwendung der englischen Sprachen anmahnte.

Nachdem Baron Cohen das Christ's College in Cambridge besuchte, lebte er für ein Jahr in Israel. Danach kehrte er nach Großbritannien zurück und studierte Geschichte an der Universität Cambridge, wo sein Cousin Simon Baron-Cohen heute Direktor des Autismus-Forschungszentrums ist. In seiner Abschlussarbeit untersuchte Sacha Baron Cohen die Kultur von afroamerikanischen Mitbürgern und Juden, deren Rolle in der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre, und hob insbesondere die Schwierigkeiten hervor, mit denen ethnische Minderheiten in der Gesellschaft konfrontiert werden. Im Jahr 1994 jobbte er als Model.

Schon während seines Studiums übernahm er diverse Filmrollen. Nach seinem Abschluss konzentrierte er sich auf seine Laufbahn als Komiker. Sein Fernsehdebüt gab er in der „Jack Dee and Jeremy Hardy Show“ auf Channel 4 (1995). Im Jahre 1995/1996 moderierte er die Kabelsendung Pump TV und F2F (1996). Harry Thompson der Produzent der „Eleven O' Clock Show“ auf Channel 4, wurde auf Cohen aufmerksam. Harry Thompson erkannte Cohens Fähigkeit, mit seiner Form der Komik die eigentlichen Motive der Menschen zu entlarven.

Den Durchbruch erreichte Baron Cohen 1998 als er in der „Eleven O' Clock Show“ zum ersten Mal als Ali G auftrat. Das Konzept der Sendung bestand darin, dass Baron Cohen alias Ali G Politiker, Prominente oder Leute interviewte, durch deren Kontrast zu Ali G's sozialem Milieu sich witzige Situationen ergeben. Als Ali G interviewte er u.A. den Astronauten Buzz Aldrin, den Autor Gore Vidal, den Immobilienmogul Donald Trump, den Basketballer Shaquille O'Neal, den ägyptischen Millionär Mohamed Al-Fayed, den ehemaligen Sprecher des U.S. Repräsentantenhauses Newt Gingrich, den politischen Kommentator Pat Buchanan, den Professor Noam Chomsky. Er gewann im selben Jahr den British Comedy Award für den besten Newcomer. 2000 chauffierte er Madonna durch das Musikvideo zu ihrer Single „Music“. Im selben Jahr startete „Da Ali G Show“ und gewann ein Jahr später den BAFTA Award für die beste Comedy-Serie. Ebenfalls 2001 moderierte Ali G die MTV Europe Music Awards in Frankfurt am Main. 2002 drehte er seinen ersten Kinofilm „Ali G in da House“, den in Deutschland eine knappe halbe Million Kinobesucher sahen. Zudem veröffentlichte er mehrere Musik-Titel auf dem zugehörigen Soundtrack, u. a. den mit Shaggy produzierten Song „Me Julie“. Ab 2003 wurde „Da Ali G Show“ in den USA ausgestrahlt.

Für den Film Madagascar spielte Baron Cohen 2005 den Song „I Like To Move It“ (ursprünglich von Reel 2 Real) ein und war zugleich als Synchronsprecher in der Rolle des Lemuren-Königs Julien tätig.

Im Jahr 2006 kam der Film „Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation Kasachstan zu machen“ in die Kinos, der aus dem Charakter Borat, einem weiteren Charakter aus der „Da Ali G Show“ entstand. Der Film löste viel Zustimmung aber auch heftige Kontroversen aus.

Baron Cohen spielt in dem 2006 erschienen Film Ricky Bobby – König der Rennfahrer mit.

Die Produktion Borat überzeugte Brad Pitt im September 2006, in einem Film mit Baron Cohen mitzuwirken. Ein geeignetes Drehbuch steht bislang noch aus.

Er wohnt in Los Angeles und ist mit der australischen Schauspielerin Isla Fisher liiert.

Der Humor von Sacha Baron Cohen:

Baron Cohens Humor besteht aus der Entwicklung von Alter Egos die dann, oft ohne dass andere von der Fiktivität der Charaktere wissen, durch provokative Fragen und Handlungen den Habitus, die sozialen Normen und Werte der Interviewpartner offenlegen. Typisch ist ein Verhalten der Charaktere Baron Cohens, das in bestimmten Situationen gerade nicht angebracht ist. So fragt Baron Cohen eine Feministin ob es nicht vielleicht ein Problem sei, dass Frauen ein kleineres Gehirn hätten. Durch sexistische (Ali G, Borat) oder antisemitische (Borat) Charaktere entlarvt Baron Cohen häufig auch solche Vorurteile bei seinen Interviewpartnern.

Die Verwendung Alter Egos in der Komik ist nicht neu, der Komiker Andy Kaufman spielte z. B. häufig den miserablen Nachtclubsänger Tony Clifton, Hape Kerkeling tritt häufig als Horst Schlämmer oder als Schwabe Siggi Schwäbli auf. Rod Hull konnte seine aggressive Interviewtechnik über die Handpuppe des Vogels Emu umsetzen. Wegen seiner Wandlungsfähigkeit wird Baron Cohen mit dem Komiker Peter Sellers verglichen. Baron Cohens Humor wird als postmodern beschrieben, der die Charaktere und Situationen häufig einen vieldeutigen Sinn produzieren. So führte der unklare ethnische Hintergrund des Charakters Ali G zu medialen Kontroversen. Der Charakter Borat ist einerseits homophob, neigt aber andererseits zu homoerotischen Handlungen. Diese Sinnoffenheit wird noch dadurch verstärkt, dass Baron Cohen selten Interviews gibt und seine Charaktere quasi nie kommentiert und Sie dadurch selbst deutet. Selbst Kontroversen um die Charaktere, wie den Rassismusvorwurf bezüglich Ali G oder den Antisemitismusvorwurf und den Vorwurf Kasachstan zu verunglimpfen gegenüber Borat kommentiert Baron Cohen nur in der Rolle seiner Charaktere.

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Copyright-Hinweis:
Fotos oder allfällige sonstige hier verwendete Abbildungen wurden gemäß ihrer Herkunft mit einer Quellenangabe versehen und unterliegen dem entsprechenden Copyright. Der auf dieser Seite veröffentlichte Text basiert auf dem Artikel Sacha Baron Cohen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (GFDL). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Dort kann auch der ursprüngliche Beitrag bearbeitet werden. Stand: 6. November 2006