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Madonna spielt neben Keyboard und Schlagzeug auch Gitarre, was sie während ihrer letzten Tourneen und Performances als festen Teil der Bühnenshows einbaute. Ihre „perfekt produzierten Popsongs“, die sie meist in Zusammenarbeit mit renommierten Produzenten (Nile Rodgers, Stephen Bray, William Orbit, Lenny Kravitz, Shep Pettibone, Mirwais u. a.) schrieb, spiegeln den Zeitgeist wider und dokumentieren auch ihre persönliche Weiterentwicklung, deren Schwerpunkt in ihrer Spiritualität und ihrer – wenn auch schwierigen – Liebe zu ihrer Familie liegen, was sich in den sehr persönlichen Texten zeigt.

Ihre persönliche Entwicklung lässt sich gut am Stil ihrer Alben erkennen. Die ersten Jahre waren beeinflusst vom schwarzen Funk („Madonna“, „Like a Virgin“), danach folgten die leichteren Jahre des Pop und von House („Vogue“), über erste ambitioniertere Gehversuche („Like a Prayer“, „I'm Breathless“) über Black/Soul mit typischen Hiphop-Beats („Erotica“, „Bedtime Stories“) hin zu experimentellem Electronica („Ray of Light“, „Music“, „American Life“), den sie mit eingängigen Melodien und ausgefeilter Produktion massentauglich machte. Unter den besten 500 Songs aller Zeiten nennen die US-amerikanische und die deutsche Ausgabe der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ auch die Madonna/Pat Leonard – Komposition „Like a Prayer“.

Madonna hat nicht das beeindruckende Stimmvolumen einer Whitney Houston oder Mariah Carey. Noch in den ersten Jahren wurde Madonnas Stimme gar eine Oktave höher aufgenommen, was sie die Presse mit einer „Minnie Mouse auf Helium“ vergleichen ließ – und Liveauftritte ohne Playback nahezu unmöglich machte. 1989 überraschte Madonna mit „Like a Prayer“. Ihre Stimme war merklich gereift und dunkler – und auch bei Liveauftritten konnte Madonna mehr überzeugen. Etwas, was sie 1996 (mit Hilfe eines Gesangslehrers) steigern konnte – und auch musste, denn Andrew Lloyd Webber bestand darauf, dass der Soundtrack zu seiner Musicalverfilmung „Evita“ live mit Orchesterbegleitung aufgenommen werden sollte. Nach drei Monaten intensivem Gesangsunterricht war es soweit: Madonna konnte von nun an auch live überzeugen. Zuletzt beim Live 8 Konzert am 2. Juli 2005: 2 bis 3 Milliarden Menschen sollen die weltweiten Fernsehübertragungen verfolgt haben.

Kritiker warfen Madonna „eine gewisse Ziellosigkeit“ vor, doch gerade dieses Talent, sich und ihre Musik ständig wieder neu zu erfinden und immer wieder interessant zu machen ist Bestandteil ihres andauernden Erfolges, der sie seit über 20 Jahren zu einer der erfolgreichsten Entertainerinnen macht.
Madonna schreibt ihre Lieder meist mit den „angesagtesten“ Produzenten der Musikszene. Etwas, was in die oft sehr persönlichen Liedtexte einfließt. Während die Alben bis 1987 vor allem die Themen Party und Spaß am Leben zelebrierten, begann mit „Like a Prayer“ 1989 eine sehr viel persönlichere und ruhigere Periode. Madonnas Erfahrungen und Gefühle finden sich „schonungslos“ in den Texten, was auch bei ihrem öffentlich ausgetragenen Scheidungskrieg mit dem damaligen Ehemann Sean Penn nicht Halt machte („Till Death Do Us Part“). Den Tod der Mutter verarbeitete sie in „Promise to Try“ und das schwierige Verhältnis zum Vater mit der Ballade „Oh Father“.
Die „Sex-Eskapaden“ führten durch „Erotica“ und „Bedtime Stories“ – Versuche, im Bereich der amerikanischen Radiocharts Fuß zu fassen, die von Rhythm & Soul und vor allem Hip Hop-Beats dominiert werden – und sich als anspruchsvolle Musikerin Respekt zu verschaffen. Madonna fand hier wenig Akzeptanz und so liefen Alben und Singles nicht so gut wie erwartet (die amerikanische Nummer Eins „Take A Bow“ resultierte eher aus der Popularität des Duettpartners Babyface – in anderen Ländern floppte die Single eher). Die „sexualisierte“ Madonna war auch unter Fans umstritten – populär blieb Madonna dagegen in den Diskotheken, in denen die Singles in gewohnt poppigen Versionen gespielt wurden.

Madonnas Wunsch, bei Kritikern als Musikerin respektiert zu werden gipfelte in „Ray of Light“, ihrem bisher erfolgreichsten Album was die Reputation in der Fachpresse anbelangt. Während sich die letzten Alben (auch textlich) in oberflächlicheren Bahnen bewegten wurde „Ray Of Light“ von Spiritualität und der „Sucht nach Selbsterkenntnis“ geprägt, wie sie in Interviews versichert. Und das, da Madonna das erste Mal Mutter geworden war. Bei den Grammy Awards wurde das Album gefeiert – und auch kommerziell hatte Madonna ein Comeback geschafft: Die Singles „Frozen“, „Ray of Light“ und „The Power of Good-Bye“ standen hoch in den Charts rund um den Globus.

Nachdem die Kritiker Madonna als Musikerin anerkannt hatten legte sie mit „Music“ und „American Life“ zwei Alben nach, die sich sehr ähnlich waren. Beide wurden mehrheitlich von dem französischen Undergroundmusiker Mirwais mitproduziert und basierten auf progressivem Electronica – elektronischen Beats und Tönen aus Sythesizern der Achtziger Jahre, kombiniert mit Gitarre und dominierendem Gesang. Die Singles und dazugehörigen Videos lösten neue Trends aus, sowohl musikalisch wie auch modisch.

Während „Music“ als innovatives und mutiges Werk gefeiert wurde, kam „American Life“ nicht so gut weg. Kritiker wie Publikum erkannten in dem Album eher ein „Music II“ als ein neues eigenständiges Album. Madonnas Versuche, sich politisch gegen den US-amerikanischen Präsidenten zu positionieren, wirkten in den USA kontraproduktiv. Als „unamerikanisch“ stigmatisiert, wurde Madonna von den republikanisch dominierten Radiosendern boykottiert – das Album verkaufte sich dort nur schlecht. Dass sich die Singles in den USA gut verkauften spiegelt sich dort in den Charts nicht wider. Durch den Radioboykott erreichten sie nur schlechte Billboard-Platzierungen (sie ergeben sich mehrheitlich aus dem Radioeinsatz). Auch im Rest der Welt blieben Album und ausgekoppelte Singles weit hinter den Erwartungen zurück, obwohl viele Kritiker („Rolling Stone“, „Musik Maker“) Madonnas Talente als Songschreiberin betonten. Die größten Erfolge dieser Zeit verzeichneten die Remixe der Singles, die Madonna in den Billboard Dance Charts fünf Nummer Eins Hits bescherten – unter anderem der Remix von Stuart Price zu „Hollywood“.

Nachdem Madonnas Versuche, sich als ernstzunehmende Künstlerin zu etablieren nicht von dem erhofften kommerziellen Erfolg gekrönt wurden, besann sie sich zurück auf ihre Wurzeln und produzierte - gegen jeden Trend - in den USA ein elektronisches Dance-Album: „Confessions on a Dance Floor“: Neben guten Kritiken übertraf das Album alle Erwartungen: Nach dem großen Erfolg der ersten Single „Hung Up“, die in über 40 Ländern an der Spitze der Charts stand, konnte auch das Album diesen Erfolg wiederholen. Gestärkt von millionenschwerer Promotion wurde „Confessions on a Dance Floor“ zu einem ihrer größten Erfolge: Es verkaufte sich alleine in den ersten drei Monaten über fünf Millionen Mal.

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Quellenangabe: Der auf dieser Seite veröffentlichte Text basiert auf dem Artikel Madonna (Künstlerin) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (GFDL). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Dort kann auch der ursprüngliche Beitrag bearbeitet werden. Stand: 16:50, 12. Apr 2006.

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