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Richtungsstreit: Internet Pad oder Tablet-PC?

Schon bald in jedem Haushalt? Das Internet Tablet.

(Foto: nurido.at)

Seit dem Markteintritt von Apple mit dem iPad springen immer mehr Hersteller auf den Zug der Tablet-PCs auf. Während noch vor wenigen Monaten die Netbooks den Computer-Bereich revolutioniert haben, folgt nun mit den Touchscreen-Terminals der nächste Streich. Dabei stellt sich grundsätzlich die Frage, wer denn eigentlich so ein Gerät braucht. Außerdem: Was wird sich durchsetzen? Der Miniatur-PC, die reine Internet-Surfstation oder das Multimedia-Tablet? Hier einige Ansätze, um das richtige Teil für die persönlichen Bedürfnisse zu finden.

Apple iPad: Ein Allroundtalent mit Einschränkungen

iPad Größenvergleich mit MacBook Pro & iPhone

(Foto: Flickr/Jon Mountjoy)

Dass Apple in den letzten Jahren abseits der konventionellen Computer Trends gemacht hat, ist nicht erst seit dem iPad klar: Zunächst kam der klassische iPod mit neuartiger Bedienung, dann die Touch-Variante mit innovativer Oberfläche und den genialen Apps. Schließlich wurde mit dem technisch eigentlich wenig spektakulären iPhone der Smartphone-Markt umgekrempelt und renommierte Handy-Hersteller gerieten gewaltig unter Druck. Erst sehr spät kamen Nokia (beispielsweise mit dem Hightech-Gadget N8) und Co. mit Modellen, die dem iPhone Paroli bieten können.

Nun setzt Apple mit dem iPad auf ein neuartiges Surf-Vergnügen per berührungsempfindlichem Display und den bewährten iPod Touch-Funktionen wie der Musikwiedergabe. Wie man es von den Marketinggenies aus Kalifornien nicht anders gewohnt ist, gibt es zum iPad eine große Anzahl von kostenlosen bzw. günstigen Programmen ("Apps"), die man einfach per iTunes Store auf das Gerät übertragen kann. Diese Plattform ist nach wie vor mit tausenden Software-Titeln unangefochten die Nummer ein in diesem Segment. Weit abgeschlagen folgt dann das von Google forcierte Android-System für Handys oder Mini-PCs.

Tipp: Jede Menge Zubehör für das iPad gibts bei Amazon!

WeTab (WePad) - iPad-Alternative aus Deutschland

Das WeTab (erhältlich bei Amazon.de/at!)

(Foto: Amazon)

Während man rund um den Globus gespannt auf das iPad von Apple wartete, wurde praktisch zeitgleich ein ähnliches Gerät aus Deutschland vorgestellt. Zunächst firmierte es unter dem Namen WePad, wurde aber wenig später in WeTab umbenannt. Wohl um mögliche rechtliche Schwierigkeiten mit Apple bereits im Vorfeld zu umgehen.

Das Konzept des WeTab ist ein relativ offenes, denn hier kommt Linux zum Einsatz, wobei Applikationen aus Googles Android-Plattform funktionieren sollen. Die von vielen Kritikern des iPad bemängelte Flash-Unterstützung ist in vollem Umfang gegeben.

Das WeTab 3G hat gegenüber dem iPad etliche technische Vorteile: So lässt sich der Speicher von 32 GB mit SDHC-Karten problemlos erweitern. Ein integrierter GPS-Chip ermöglicht Navi-Funktionen und dank des herkömmlichen SIM-Karten-Slots kann man damit in allen Netzen surfen. Der Bildschirm ist mit 11,6 Zoll rund fünf Zentimeter größer als beim Apple-Mitbewerber und hat eine Auflösung von 1366 x 768 Pixel. Durch das hier vorhandene Breitbild-Format lassen sich besonders Filme oder TV-Sendungen gut wiedergeben. Die Steuerung des WeTap erfolgt natürlich per Multitouch.

Das WeTab soll im August geliefert werden und ist bereits bei Amazon.de/.at bestellbar! Der Preis für die UMTS-Variante mit 32 GB liegt bei 569 Euro, das Gerät ohne 3G-Netzzugang und lediglich 16 GB Speicher kostet 449 Euro.

JooJoo: Reines Internet-Tablet mit WiFi-Funktion

Das JooJoo Internet Tablet

(Foto: Fusion Garage)

Während man das iPad oft als "aufgeblasenes iPhone" mit den entsprechenden Features bezeichnet und hier aufgrund der vielen Features gar nicht unbedingt ins Web muss, geht Fusion Garage mit dem JooJoo einen völlig anderen Weg: Das Tablet funktioniert ausschließlich mit dem Internet. Es gibt zwar einen internen Speicher, dieser kann aber nicht auf herkömmliche Weise zum Beispiel mit Musik oder Videos befüllt werden. Vielmehr dienen die vorhandenen 4 Gigabyte als Puffer für Streaming-Inhalte, Bookmarks oder ähnliches. Der vorhandene USB-Anschluss dient nur dem Laden des Teils, eine Verbindung zu einem PC ist (noch) nicht möglich.

Grundsätzlich handelt es sich beim JooJoo um ein Gerät mit Netbook-Komponenten: Die 1,6 GHz Intel Atom N270 kommt in den meisten Mini-Notebooks zum Einsatz und das Betriebssystem Linux wurde abgespeckt und auf die Web-Dienste umgemodelt.

Verwendet wird ein Touch-Display, das mit 12,1 Zoll deutlich größer als beim iPad ist und zudem im 16:9 Format gebaut wurden. Somit macht gerade das Ansehen von Filmen richtig Spaß. Selbst 720p-HD-Videos lassen sich dank einer Auflösung 1366 x 768 Pixel und einer Hardware-Grafikbeschleunigung gut wiedergeben.

Die Datenverbindung kommt über WLAN oder per Bluetooth 2.1 zustande. Ein UMTS-Modul fehlt noch, was den Betrieb etwas einschränkt. Allerdings kann man per Handy-Modem ja ohnehin problemlos eine Bluetooth-Verbindung aufbauen. Auch der Zugriff über einen stationären WiFI-Hotspot oder eine entsprechende Funktion im Mobiltelefon ist möglich. Vorausgesetzt man trägt neben dem JooJoo auch immer ein Handy bei sich, kann man das Tablet also überall nutzen.

Wer eine mobile Jukebox im Stil eines iPod sucht, ist beim JooJoo falsch. Als etwas umständliche Möglichkeit gibt es die Variante, die eigene Musiksammlung ins Web zu stellen und sich diese dann wieder zu streamen. Bei einem dazu passenden Datentarif sicherlich denkbar. Ein Pluspunkt gegenüber dem iPad muss übrigens noch erwähnt werden: Das JooJoo Tablet hat eine 1,3 Megapixel-Webcam eingebaut, ein Feature, das die Apple-Entwickler (aus welchem Grund auch immer) nicht vorgesehen haben. Somit steht einem Video-Chat oder anderen Experimenten per Kamera nichts im Weg.

Das JooJoo Internet Tablet kann seit Mai 2010 online beim Hersteller bestellt werden und dieses wird in die USA, nach Kanada und nach Europa geliefert. Der Preis liegt bei 359 Euro plus Versand (15 Euro) zuzüglich Zoll bzw. Einfuhrumsatzsteuer. Später ist eine Version mit 3G-Modul geplant, wobei die Preise dann wohl auf dem Niveau des iPad liegen dürften. Dafür hat man aber den Vorteil, stets ein echtes, vollständiges Internet verwenden zu können und nicht an Apps einer Plattform gebunden zu sein. Immer mehr Programme werden bereits in Web-Versionen angeboten: Vom Texteditor über die Bildbearbeitung bis zum Terminkalender findet man leicht die passenden Online-Pendants zu herkömmlichen Programmen. Alle Infos auf http://thejoojoo.com/

Weitere Tablet- & Internet-Computer im Überblick:

Das Journ.E Touch 7 Tablet (gibts bei Conrad)

(Foto: Toshiba)

Toshiba Journ.E Touch 7:
Das handliche Tablet besitzt einen 7-Zoll-Monitor und hat als Betriebssystem Windows CE 6.0 an Bord. Dank der Größe ist es mit ca. 430 Gramm deutlich leichter als das iPad und kommt mit einem umfangreichen Software-Paket. Der interne Speicher von 2 GB kann einfach per SD-Karte erweitert werden. Auch USB-Schnittstellen sind vorhanden, wodurch jede Menge Zusatzgeräte angedockt werden können. Für die Datenübertragung kommt WLAN 802.11b/g zum Einsatz. Mehr Infos gibts in unserem Artikel zum Toshiba Journ.E Touch 7.

Tipp: Den Toshiba Journ.E Touch 7 gibts beim Elektronikversender Conrad!

Amazon Kindle:
Die Vorläufer der Internet Tablets bzw. Mini-Notebooks sind genau genommen die sogenannten E-Book-Reader. Hier ist beispielsweise Amazon mit dem Kindle schon lange auf dem Markt. Dabei handelt es sich um einen reinen Buchersatz, mit dem sich elektronische Titel innerhalb weniger Augenblicke direkt online kaufen bzw. herunterladen lassen. Auch ein Angebot an Tageszeitungen zum Lesen auf dem Kindle wird in den USA angeboten. Seit Herbst 2009 kann der E-Book-Reader direkt aus den Amerika auch in unseren Breiten bestellt werden. Das UMTS-Modell kann übrigens dazu verwendet werden, weltweit Bücher per Handynetz zu überspielen. Im großen Speicher von 2 oder 4 GB können in der Praxis deutlich über 1000 Bücher oder Zeitschriften abgespeichert werden. Durch die Unterstützung des verbreiteten PDF-Standards können viele Dokumente bequem am Kindle gelesen werden. Neben den kostenpflichtigen Büchern lassen sich darüber hinaus unzählige Werke der Weltliteratur, deren Copyright abgelaufen ist, gratis auf das Gerät kopieren. Das 6 oder sogar 9,7 Zoll große Display bietet ein Lesevergnügen, dass man sonst nicht von elektronischen Geräten kennt. Angesichts des neuen iPads erscheint aber der Preis von 489 Dollar beim größeren Modell unverhältnismäßig hoch. Der günstigere Kindle schlägt dagegen nur mit 259 Dollar zu Buche. Ein Pluspunkt bei diesem System ist die lange Batterielaufzeit, die bei bis zu 2 Wochen im aktiven Betrieb bietet. Ein von anderen Geräten unerreichter Wert. Neben Büchern können übrigens auch MP3-Dateien abgespielt werden. Als Betriebssystem für das Gerät mit 16-Grauzonen-Display dient Linux. Kunden in den USA haben zusätzlich die Möglichkeit, mit dem Kindle kostenlos im Internet zu surfen. Text-dominierte Sites wie Wikipedia lassen sich relativ gut auf dem Display darstellen. In Europa fehlt dieses Feature aufgrund nicht verfügbarer Verträge mit Handynetzbetreibern.

Tipp: Den Kindle können Sie bei Amazon.com bestellen! Lieferung direkt aus den USA!

Sony Reader:
Ein weiteres reines Lesegerät ist der Sony Reader (etwa als PRS 600 Touch Edition für knapp 300 Euro erhältlich), der per Speicherkarte erweiterbar ist und wie der Kindle ebenfalls eine MP3-Funktion besitzt. Mit diesem Gerät ist man nicht an Amazon gebunden und kann die E-Books von verschiedenen Anbietern beziehen. Auch Fotos und Textdateien können dargestellt werden.

Tipp:
Tablet Computer & iPad-Zubehör gibts bei Amazon!


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