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Digicam-Test: Preiswerte Casio Superzoom-Kamera

Die Casio Exilim EX-H10 (erhältlich bei Amazon!)

(Foto: Amazon)

In unserem ausführlichen Test der Exilim EX-H10 Digicam von Casio erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile dieses Gerät hat. Wir haben das 12-Megapixel-Modell einige Tage lang in der Praxis auf den Prüfstand gestellt, wobei die ermittelten Erfahrungen grundsätzlich auch für die "größere Schwester" EX-H15 gelten, was besonders auch die Beurteilung der Bildqualität betrifft, die in einschlägigen Fotoforen für etliche Streitigkeiten gesorgt hat. Unsere Meinung dazu erfahren Sie am Ende dieses Artikels.

Die Fakten zur Casio Exilim EX-H10 Digicam:

Die kompakte Digicam mit 10fach Zoom im Test!

(Foto: nurido.at)

Zunächst die wichtigsten Daten zur Casio Exilim EX-H10 (bzw. der EX-H15) im Überblick:

- 12 Megapixel (EX-H10 bzw. 14 Megapixel bei der EX-H15)
- 10-fach optischer Zoom von umgerechnet 24-240 mm
- Ins Objektiv eingebauter mechanischer Bildstabilisator
- Lichtstärke F3.2 - 5.7
- Videoaufzeichnung im HD-Format (1280x720 Pixel)/24 Bilder pro Sekunde
- 3,0-Zoll Farb-Display (7,6 cm Diagonale)
- 35,7 MB interner Speicher & Slot für SD-Speicherkarte
- Starker Akku mit rund 1000 Fotos pro Ladevorgang (!)
- Geringe Abmessungen & niedriges Gewicht

Wer die Casio EX-H10 aus der kleinen Schachtel nimmt und mit Akku bzw. SD-Karte ausstattet, erkennt sofort, dass es sich hier um ein für die technischen Daten erstaunlich kompaktes Gerät handelt. Im Vergleich zu den Hauptkonkurrenten Canon PowerShot SX200 IS bzw. Panasonic Lumix DMC-TZ10 EG ist die Exilim deutlich schlanker, was natürlich die Hosentaschentauglichkeit deutlich verbessert.

Die Casio Exilim EX-H10 Digicam im Praxis-Test:

Frei nach dem Motto: "Die beste Kamera ist die, die man gerade mithat" haben kompakte Kameras trotz des Booms der Digi-Spiegelreflex (DSLR) immer noch den größten Marktanteil und gerade leistungsfähigere Modelle bieten einen guten Kompromiss aus Größe/Gewicht und Bildqualität. Vorweg müssen wir gleich festhalten, dass selbst das beste Kompaktmodell nicht an die Leistung einer Kamera mit Wechselobjektiv herankommt. Wer also die perfekte Bilder möchte, muss immer noch ein vergleichsweise schweres Equipment mit sich herumschleppen. Wer in der Preisklasse von ca. 400 Euro investieren möchte, bekommt gut ausgestattete Kameras und entsprechende Features. Die Exilim EX-H10 kostet allerdings weniger als 200 Euro und deshalb sollte man sich im Klaren sein, dass es gewisse Einschränkungen gibt. Diese sind natürlich auch durch die kompakten Abmessungen bedingt. Somit gilt: Man darf trotz der guten Ergebnisse keine Wunder erwarten!

Wer die EX-H10 zum ersten Mal aktiviert, muss nur die Spracheinstellung (Language), das Datum und die Uhrzeit einstellen, schon kann man knipsen (das funktioniert dank des internen Speichers auch ohne SD-Karte). Man hat somit im Fall der Fälle auch immer eine gewisse Reserve von 6 oder 7 Bildern mit. Bei der Inbetriebnahme fällt das mit 3 Zoll Diagonale ausgestattete, ausreichend helle Display auf. Motive können damit gut dargestellt werden (wenn es auch Bildschirme mit höherer Auflösung gibt), lediglich bei direktem Sonnenlicht sieht man oft zu wenig.

EX-H10: Großes Display & einfache Bedienung

(Foto: nurido.at)

Der integrierte Zoom-Regler ist relativ gut positioniert, fährt aber eine Spur zu schnell durch die Brennweite, ein dosiertes Verwenden erfordert deshalb oft mehrere Versuche, bis man das Motiv perfekt in Szene gesetzt hat. Schon nach den ersten Knips-Versuchen fällt das tolle Weitwinkelobjektiv auf, das gerade bei Innenaufnahmen in kleinen Räumen bzw. mit mehreren Personen auf einem Bild sehr praktisch ist. Umgerechnet auf eine Spiegelreflexkamera erhält man hier eine Anfangsbrennweite von 15-16 mm (24 mm im Vergleich zum Kleinbild-Format). Für Familienfotos ist die Casio Exilim EX-H10 gerade in Verbindung mit dem gut ausleuchtenden Blitz bestens gewappnet. Darüber hinaus kann man bei gutem Wetter mit der Kamera auch sehr schöne Zoom-Fotos abspeichern. Wer jedoch häufig Landschaftsaufnahmen im Weitwinkel machen möchte, sollte zu einem anderen Modell greifen, weil es einerseits etwas an Schärfe und andererseits an der Dynamik fehlt. Dieses Problem haben auch andere Kameras dieser Preisklasse, weshalb man hier etwa das Doppelte an Geld investierten sollte, um beispielsweise in Gestalt der Panasonic Lumix DMC-LX3 eine ausgezeichnete Immerdabei-Digicam zu finden. Konkret hat die EX-H10 Probleme mit der korrekten Darstellung in schwierigen Lichtverhältnissen: Schnell wird bei Licht und Schatten die falsche Belichtung gewählt und man erhält einen weißen statt blauen Himmel. Hier kann man zwar manuell etwas nachjustieren, insgesamt spürt man aber das miniaturisierte Objektiv und den kleinen Fotosensor. Etwas besser löst dieses Problem die Canon PowerShot SX200 IS , die zudem jede Menge Einstellmöglichkeiten hat, die auch ambitionierte Fotografen suchen. Beide Modelle bieten übrigens eine relativ ähnliche Bildqualität, wenn auch die Casio Fotos bei schlechteren Lichtverhältnissen stärker "glattbügelt". Das geht auf Kosten der Schärfe, dafür ist das Rauschen im höheren ISO-Bereich erstaunlich niedrig. Was hier persönlich wichtiger ist, muss jeder selbst abwägen. Einen guten Kompromiss dazwischen bietet übrigens die Panasonic Lumix DMC-TZ10 EG, die insgesamt auch etwas leuchtendere Bilder macht. Selbstverständlich sprechen wir hier von unbearbeiteten Fotos direkt aus der Kamera, per Software lässt sich vieles nachträglich korrigieren und gerade bei normalgroßen Ausdrucken (also nicht gerade als Plakat, was ja theoretisch aufgrund der Megapixel-Anzahl möglich wäre) fallen die Unterschiede nicht sonderlich ins Gewicht.

Bei der Casio Exilim EX-H10 erhält der Benutzer dank der unzähligen voreingestellten und schnell anwählbaren Szenarien gute Resultate. Im gewissen Rahmen lassen sich auch selbst manuelle Veränderungen (etwa beim ISO-Wert) durchführen. Ansonsten ist man aber auf die Automatik angewiesen. Aufgrund des mechanischen Bildstabilisators (der durchaus hörbar seinen Dienst verrichtet) kann man selbst bei wenig Licht noch ohne Blitz fotografieren. Interessant ist die Tatsache, dass die Automatik aber gerne zu geringe Belichtungszeiten auswählt, wodurch Unschärfen aufgenommen werden. Mit etwas Übung (bzw. dem eingebauten Biltz) kann man hier allerdings etwas dagegen tun.

Weitwinkelaufnahme (verkleinert) bei umgerechnet 24 mm - Blende 7,5 - Belichtungszeit 1/200 Sek. - ISO 64 - Schärfe 0 - Original: 5,56 MB   Weitwinkelaufnahme (verkleinert) bei umgerechnet 24 mm - Blende 3,2 - Belichtungszeit 1/800 Sek. - ISO 100 - Schärfe +1 - Original: 9,44 MB  

Tipps für die Grundeinstellung der Casio EX-H10:

Im täglichen Betrieb der Exilim EX-H10 (bzw. H15) sollte man darauf achten, dass die Bildschärfe auf +1 einstellt ist, weil das einen deutlichen Gewinn an Details bedeutet. Zusätzlich kann man immer noch am PC nachbearbeiten, um beste Resultate zu erhalten. Die höchste Auflösung der Bilder ist natürlich auch von der gewählten Komprimierungsstufe im Untermenü abhängig, hier sollte man die feinste Variante wählen. Intelligent ist die Möglichkeit, gewisse Einstellungen nach dem Ausschalten der Kamera zu speichern. So macht es oft Sinn, den eingestellten ISO-Wert wieder zu verwenden, der sonst beim nächsten Aktivieren der EX-H10 erneut auf "AUTO" gestellt ist. In der Grundeinstellung ist übrigens der Bildstabilisator nicht vollständig aktiviert: Er gleicht nur Handbewegungen aus - nicht jedoch Motivbewegungen. Entsprechend der persönlichen Gegebenheiten kann man hier mit etwas Probieren die individuell passende Lösung im Menü anwählen.

Was die Farben der Bilder aus der Casio EX-H10 angeht, so sind sie in der Grundstellung ("AUTO") teilweise relativ schwach und hier kann man selbst noch etwas justieren. Zusätzlich gibt es eine eigene Taste auf der Oberseite des Geräts, um "lebhafte Landschaften" zu erzeugen. Oft kommt es vor, dass man bei trübem Wetter fotografiert und hier kann man die Bilder mit einem Knopfdruck stärker einfärben. So soll der Himmel statt grau blau werden, was relativ gut funktioniert. Allerdings werden beispielsweise auch rote Hausdächer damit viel zu kräftig und man erhält unter Umständen auffällig farbige Fotos. Hier ist es besser, am PC per Software abgestuftere Ergebnisse zu gestalten.

Wie praktisch alle Digicams verarbeitet die Exilim EX-H10 (bzw. ihre Schwester EX-H15) auch bewegte Bilder. Das geschieht sogar in HD-Qualität mit 1280x720 Pixel. Hier sollte man sich aber nicht von den Versprechungen der Hersteller blenden lassen, denn Auflösung ist nicht gleich Auflösung. Gerade die Casio-Kamera speichert relativ verrauschte und stroboskopartige Videos, das können andere Geräte (die kosten aber mit deutlich über 500 Euro viel mehr, wie etwa die Olympus PEN-Serie die dank Wechselobjektiv überzeugt) besser. Als Notfallvideokamera reicht es jedoch allemal. Aktiviert wird die Funktion ganz praktisch über eine eigene Taste, leider hat man den optischen Zoom hier nicht zur Verfügung, sondern lediglich einen digitalen, der die Qualität deutlich mindert.

Insgesamt bietet die EX-H10 jede Menge Features, auf die wir an dieser Stelle gar nicht eingehen können und die wahrscheinlich auch nicht kaufentscheidend sind. Diese reichen von der vergleichsweise gut funktionierenden Focus-Verfolgung über ein Freistell-Möglichkeit für Trickaufnahmen bis hin zu einer Geraderück-Funktion für abfotografierte Whiteboards.

Die EX-H10 im Vergleich zu einer Spiegelreflex:

Casio Exilim EX-H10 (1:1)  Pentax K20D (Verkleinert) 

Unser Testergebnis der Casio Exilim EX-H10:

Fazit: Die Casio Exilim EX-H10 ist eine tolle Allroundkamera, die man einfach ständig bei sich tragen sollte. Natürlich ersetzt sie trotz der 12 Megapixel und des starken 10-fach Zooms keine Spiegelreflex (wie man an unserem etwas unfairen Vergleich mit einer Pentax-SLR im Wert von rund 1600 Euro sieht). Auch bei optimalen Bedingungen, perfekter Justierung für die Aufnahmesituation und entsprechender Nachbearbeitung reichen solche kleinen Allroundkünstler noch nicht an Kameras mit Wechselobjektiv heran. Gerade Leute, die sich wenig mit einer Kamera beschäftigen mögen, finden in den unzähligen "Best Shot"-Programmen praktisch alle nur erdenklichen Presets. Wer die Casio EX-H10 als Ergänzung zu einer "größeren" Kamera einsetzt, wird ebenfalls recht zufrieden sein, denn vieles (beispielsweise der ISO-Wert) lässt sich schnell durch einen Druck auf die "SET"-Taste aufrufen und ändern, ohne dass man lange durch die Menüs klicken muss. Der eingebaute Blitz sorgt für eine gute Ausleuchtung und wirkt gerade als Aufheller bei weniger weit entfernten Motiven Wunder. Gefallen hat uns bei der EX-H10 das Gesamtpackage aus vergleichsweise kompaktem und einigermaßen ansprechendem Design, dem gerade für die Preisklasse sehr guten Objektiv und der langen Akkulaufzeit mit tatsächlich über 1000 Fotos pro Ladevorgang. Aufgrund der Summe und besonders in Anbetracht des sehr günstigen Preises von unter 200 Euro geben wir eine Kaufempfehlung ab. Wissend, dass die Casio Digicam nicht für jeden das perfekte Modell sein kann. Wer aber den besten Kompromiss für eine Vielzahl von Alltagssituationen sucht, ist mit der EX-H10 sehr gut bedient. Weniger begeistert hat uns die Serienbildfunktion, die einfach in der Praxis keine schnellen Fotofolgen zulässt. Auch das Videofeature verdient den Namen "High Definition" nicht wirklich, zwar wird eine Auflösung von 1280x720 Pixel geboten (die Qualität ist aber immer grobkörnig und die Filmchen ruckeln). Man erhält also hier auf keinen Fall einen Ersatz für eine Videokamera, sondern eine Notfallaufnahmemöglichkeit und nicht mehr. Generell sollte man sich nicht zu sehr von irgend welchen Auflösungsversprechen der Hersteller beeindrucken lassen und viel mehr selbst ausprobieren und mindestens zwei unterschiedliche Geräte in die Hand nehmen, damit man sich eine Meinung bilden kann. Die wichtigsten Konkurrenten sind die Canon PowerShot SX200 IS bzw. Panasonic Lumix DMC-TZ10 EG, wobei beide bei höherer Empfindlichkeit (=weniger Licht) minimal schärfere Bilder produzieren, dafür rauschen die Fotos mehr. Hier sollte man entsprechend der persönlichen Präferenz eine Kaufentscheidung treffen. Aus unserer Sicht macht darüber hinaus die Anschaffung der mehr als 50 Euro teureren Schwester EX-H15 mit 14 Megapixel keinen Sinn, denn hier erhält man zwar eine rechnerisch höhere Auflösung. Das Bild wird aber ingesamt eher unschärfer und somit in keinster Weise besser. Wer nicht mit weniger Zoomfaktor und etwas weniger Weitwinkel auskommt, dem empfehlen wir einen Blick auf die 30-40 Euro günstigere Nikon Coolpix S5700, die in unserem Test insgesamt knackigere Bilder ablieferte.

Tipp: Die Casio Exilim EX-H10 gibts bei Amazon.de/.at oder im T-Online-Shop (Österreich - Deutschland)


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