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Günstige Linse mit Bildstabilisator

Mehr über die Canon EOS 400D

(Foto: Markus Waibel)

Das Thema Bildstabilisator spielt in letzter Zeit im Bereich der digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) scheinbar eine immer größere Rolle. Während Hersteller wie Nikon und Canon diese Technik um vergleichsweise viel Geld in jedes einzelne Objektiv einbauen, gehen Pentax, Olympus oder Sony einen anderen Weg: Sie spendieren bereits der Kamera den Anti-Shake-Mechanismus. Dadurch kann man auch mit günstigen Linsen bessere Bilder schießen. Denn: Der Bildstabilisator hilft (egal für welche Methode man sich entscheidet) tatsächlich. Nun war es für Canon als Weltmarktführer einerseits keine Frage, die dafür nötige Technik selbst in die DSLR’s einzubauen, denn dadurch ginge eine schöne Einnahmequelle verloren. Das Know-How dafür hat das Unternehmen natürlich, denn in den digitalen Kompaktkameras kommt der „IS„ (Image Stabilizer) schon länger zum Einsatz. Natürlich schmerzt es, wenn man Marktanteile abgeben muss, weil beispielsweise Pentax mit der K10D eine ausgezeichnete Kamera im Angebot hat, die sich an den engagierten Amateur richtet. Nun war es wichtig, hier Paroli zu bieten, dementsprechend hat Canon neue, günstige Objektive mit IS-Technik vorgestellt, um eine bezahlbare Alternative zu bringen.

Das EF-S IS (links) ähnelt dem "Kit"-Objektiv:

(Fotos: Canon)

Das EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS in der Praxis:

An dieser Stelle testen wir das neue Canon EF-S 18-55 IS Objektiv. Dabei handelt es sich um die stabilisierte Version des gängigen Kit-Objektivs, das seit der EOS 300D zum Einsatz kommt. Es verrichtet beim Großteil der Canon-DSLR-Nutzer den Dienst, was gerade bei der näheren Betrachtung von Touristen und ihrem Equipment (EOS 350D oder EOS 400D) augenscheinlich wird. Das 18-55 Kitobjektiv wird gerne abschätzig als "Joghurtbecher" bezeichnet, weil es – ganz ehrlich gesagt – nicht durch eine besonders hochwertige Verarbeitung punktet. Hier zeigen Hersteller wie Nikon oder Pentax, das man auch bei günstigen Linsen durchaus seriös wirkende Gehäuse bauen kann, ohne dass der Preis dafür explodiert. Aber: Das Canon-Kitobjektiv ist eigentlich besser als sein Ruf, denn (einige Stufen abgeblendet) kann man damit durchaus gelungene Aufnahmen fabrizieren. Es ist qualitativ mindestens gleich gut und sogar besser, als die Megazooms von Drittherstellern. Im direkten Vergleich mit teureren Canon-Objektiven sieht man den Unterschied aber schon: Selbst das mit ca. 100 Euro etwa gleich teure EF 50 1.8 II bietet hier viel bessere Ergebnisse, dafür ist man mit einer Festbrennweite natürlich eingeschränkt und gerade diese Linse fällt nicht gerade durch einen zuverlässigen bzw. schnellen Autofokus auf. Schnappschusstauglich ist das EF-S 18-55 IS jedoch schon, allerdings merkt man den Unterschied zu einem USM-Modell. Diese Linsen sind mit einem Ultraschallmotor ausgestattet und bestechen durch Geschwindigkeit bzw. den leisen Fokus. Kein Vergleich zum Sägezahnsound von anderen Objektiven.

Nun ist der Bildstabilisator grundsätzlich eine feine Sache, jedoch kein Allheilmittel. Denn er funktioniert nicht in jeder Situation, gerade bei sich bewegenden Motiven bringt er oft wenig. Bei statischen Aufnahmen (etwa von Landschaften) unter schlechten Lichtbedingungen merkt man jedoch das Vorhandensein des IS. So ist es auch beim Canon EF-S 18-55 IS. Dieses (übrigens nur für Kameras mit Crop-Faktor 1.6 wie die EOS 400D oder 40D) entwickelte Objektiv darf mit gutem Gewissen als vernünftiges Einsteigerobjektiv bezeichnet werden, denn durch den Stabilisator kann man die Bildqualität der Canon-DSLR deutlich mehr ausreizen als mit dem normalen Kit-Objektiv. Außerdem gibt es in dieser Preisklasse bei Canon oder Herstellern wie Tamron, Sigma bzw. Tokina keine Alternative. Nur bei deutlich teureren Linsen (wie dem EF-S 17-55 2.8 IS) wird man fündig, bezahlt dafür aber rund 900 Euro. Als Geheimtipp gilt übrigens das Canon 28-135 3.5-5.6 IS: Dieses Objektiv bietet zwar keinen so ausgeprägten Weitwinkel, dafür mehr Zoom-Power und abgesehen vom Ultraschallmotor auch eine sehr gute Bildqualität. Dafür bezahlt man rund 400 Euro, erhält jedoch ein gut verarbeitetet Gehäuse. Der Nachteil: Dieses Objektiv ist deutlich schwerer als das kompakte und kurze EF-S 18-55 IS.

Somit stellt sich die Frage: Wie viel Geld möchte man für ein Allround-Objektiv ausgeben? Wenn das Budget knapp ist und man eine deutlich bessere Bildqualität als mit den günstigen Zoom-Linsen von Canon oder Sigma wünscht, sollte man das EF-S 18-55 3.5-5.6 IS wählen. Wer auf den Weitwinkel verzichten kann, dem ist das mittlerweile unterschätzte, grundsolide Canon EF 28-135 3.5-5.6 IS zu empfehlen. Wer die beste Qualität möchte, sollte bei einer Crop-Kamera das teure EF-S 17-55 IS mit durchgehender Lichtstärke von 2.8 wählen. Hier erhält man schon fast professionelle Leistung zu einem stolzen (aber doch gerechtfertigten) Preis. (Test: nurido.at, Oktober 2007)

Tipp: Das Canon EF-S 18-55 IS gibts bei Amazon oder im T-Online-Shop (Österreich bzw. Deutschland)

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