Günstige 12 MP-Kompaktkamera mit toller Brennweite
In der Preisklasse von ca. 100 bis 150 Euro gibt es eine große Anzahl von interessanten Digicams. Die Nikon Coolpix S570 ist hier ein durchaus positives Beispiel, wie unser ausführlicher Test der Kamera zeigt. So viel vorneweg: Sie leistet sich keine echten Schwächen und überzeugt als zuverlässige Urlaubs- und Freizeit-Knipse, die man immer eingesteckt haben kann. Wer nicht eine miniaturisierte Designer-Kamera will, ist damit gut beraten.
Infos zur Nikon Coolpix S570 Digitalkamera:
Bei der Nikon Coolpix S570 sind - wie unverständlicherweise auch bei anderen Herstellern üblich - nicht alle Top-Einstellungen aktiviert. So ist die Bildqualität nur auf "Normal" und nicht "Hoch" eingestellt, der Unterschied ist aber bei den fertigen Aufnahmen kaum spürbar, außer dass die Fotos mit ca. 5 MB doppelt so groß sind. Der elektronische Imagestabilizer ist werksmäßig ausgeschaltet und die durchaus brauchbare Serienbildfunktion muss noch per Menü aktiviert werden. In einigen Tests anderer Portale wurde die langsame Geschwindigkeit des Geräts kritisiert, das bezieht sich aber eher auf die Einzelaufnahme. Wenn man Fotos in Folge knipsen möchte und den entsprechenden Menüpunkt gewählt hat, rattert die kleine Kamera recht gut dahin. Allerdings fehlt in diesem Modus während dem Auslösen die detaillierte Anzeige auf dem 2,7 Zoll großen Bildschirm und der Fokus fährt nicht mit. Man hat aber für eine so kleine und günstige Kamera eine erstaunlich kurze Auslösezeit, nur nach dem Einschalten könnte die Coolpix einen Tick schneller sein.
Die Nikon Coolpix S570 macht gute Bilder!
(Foto: nurido.at)
Die Fotos der Coolpix S570 im Vergleich:
Selbstverständlich gibt es stylishere Modelle als die Nikon Coolpix S570 und auch kompaktere, allerdings bietet das Gros der Digicams nur einen 3fachen statt des 5fachen Zoombereichs. Deshalb ist ein etwas größeres Gehäuse notwendig, wobei die Abmessungen und besonders das Gewicht deutlich kleiner ausfallen, als bei der zuletzt von uns getesteten Megazoom-Kamera Casio Exilim EX-H10, die 30-40 Euro mehr kostet, bei der Bildqualität aber nicht mithalten kann.
Bei Weitwinkelaufnahmen und im mittleren Zoombereich liefert die S570 anständige Bilder, wobei wir in unserem Test dieses Mal als Vergleichsgerät nicht eine Digicam, sondern ein Handy verwenden. Nämlich das von uns ausführlich abgecheckte Sony Ericsson Satio U1i mit 12 Megapixel-Bildsensor. Wir wagen diesen Versuch, erstens um herauszufinden, wie das Smartphone gegen die konventionelle Kamera abschneidet und zweitens liegt die Vermutung nahe, dass in beiden Fällen ein ähnlicher CCD-Chip verwendet wurde. Denn Nikon setzt grundsätzlich gerne auf Sony-Sensoren und bei einem Mobiltelefon dieses Herstellers ist eigentlich klar, was verwendet wird. Das Ergebnis ist übrigens verblüffend: Die 4000 x 3000 Pixel großen Bilder beider Geräte unterscheiden sich doch deutlich. Während bei der Nikon Coolpix S570 eher verwaschene Farben und vergleichsweise weniger Details zu sehen sind, bietet das Satio-Handy knackigere Fotos und deutlich mehr Schärfe. Dafür gibt es aber mehr Bildrauschen und leider auch etliche Artefakte. Im direkten Vergleich (bei der selben Brennweite von umgerechnet ca. 35 Millimetern) ist das Sony Ericsson Smartphone tatsächlich besser.
Ein Beispielfoto aus der Coolpix S570 Digicam:
12 MP-Vergleich: SE Satio (li) - Nikon S570 (re)
(Foto: nurido.at)
Zur Ehrenrettung der Coolpix S570 seit angemerkt, dass der Vergleich einer Festbrennweite mit einem Zoombjektiv natürlich immer etwas unfair ist. Außerdem sind die Möglichkeiten eines Handys - noch dazu wenn es keinen Weitwinkelbereich hat, wie dies beim Sony Ericsson Satio U1i der Fall ist - immer eingeschränkt, denn man kann bei der Fotogestaltung vor Ort einfach weniger beeinflussen. Außerdem ist die Auslöseverzögerung beim Handy deutlich höher und von einer Serienbildfunktion kann man hier wirklich nicht sprechen. Es zeigt sich aber wie leistungsfähig Mobiltelefonkameras inzwischen geworden sind. Das bereits lange erwartete Nokia N8 Smartphone könnte sogar noch eine bessere Performance bei der Fotoqualität abliefern.
Insgesamt gefallen uns aber die Aufnahmen aus der Nikon-Kamera, weil sie relativ rauscharm sind und wenig Bildverzerrungen oder sonstige Linsenfehler vorhanden sind. Rein technisch gesehen muss ein Objektiv (je größer der Zoomfaktor ist) ja bauartbedingt schlechter sein, hier schneidet die Coolpix aber gerade im Vergleich zur Casio Exilim EX-H10 viel besser ab. Die vermarktete maximale Empfindlichkeit der S570 von beachtlichen 3200 ISO macht zwar auf dem Datenblatt was her, ist aber in der Praxis nicht mit den Möglichkeiten einer deutlich teureren (Spiegelreflex-)Kamera bei diesem Wert zu vergleichen. Gerade das Fehlen eines optischen Bildstabilisators ist ist in der Praxis mehr von Nachteil, als ein Vorteil, der durch eine bessere Lichtempfindlichkeit entsteht (Dafür macht die Nikon aber keine klappernden Geräusche, wie das bei Exilim EX-H10 der Fall ist ...). Erwähnenswert ist noch der geringe Abstand für Makrofotos, der bei ausgezeichneten 3 cm liegt.
Noch kurz zur Videofunktion: Während viele Digicams inzwischen HD-Filmchen (zumindest der Auflösung nach) speichern, gibt es bei der S570 "nur" 640x480 Pixel im AVI-Format. Die Aktivierung erfolgt relativ umständlich mit vier Tastenklicks über das Kamera-Menü. Auf dem Display sieht man dann eine Restzeitanzeige bis zum Ende der Aufnahmemöglichkeit. Leider kann nur der digitale Zoom bei den Clips verwendet werden, was mittlerweile bei viele Kameras der Fall ist. Vor etlichen Jahren machte hier übrigens die Sony CyberShot DSC T-10 eine löbliche Ausnahme.
Technische Daten zur Nikon Coolpix S570:
- 12 Megapixel-Sensor mit digitalem Bildstabilisator
- 5-fach optischer Zoom mit Weitwinkeleinstellung
- Kleinbildformat-Brennweite 28 bis 140 mm
- Lichtstärke F2.7 - 6.6
- 6,9 cm (2,7 Zoll) Display mit 230.000 Bildpunkten
- 16 Motivprogramme bzw. Automatik-Modus
- Kamerainterne Bildmanipulation (Farbeffekte, Kontrast etc.)
- 47 MB interner Speicher & Slot für SD-Speicherkarte
- Makrofunktion ab 3 cm
- große Bandbreite bei der Lichtempfindlichkeit: ISO 80-3200(!)
- Videoaufzeichnung im AVI-Format (max.640x480 Pixel)/30 Bilder pro Sekunde
- Geringe Abmessungen & niedriges Gewicht
- Akkuleistung reicht für etwa 250 Fotos
Die Coolpix S570 Digicam ist in folgenden Farben erhältlich: schwarz, blau, silber, pink und rot. Sie kostet ca. 140 Euro.
Das Testergebnis der Nikon Coolpix S570:
Die Nikon Coolpix S570 ist eine recht unscheinbare Digicam, die aber gerade in Bezug auf das Preis-/Leistungsverhältnis auf jeden Fall überzeugt. Wie bei etlichen Kompaktkameras des Herstellers ist das Display nicht überragend, uns gefallen aber die inneren Werte des Geräts durchaus. So gibt es ein für die meisten Fälle mehr als ausreichendes 5fach Zoom-Objektiv mit guter Lichtstärke und toller Weitwinkeleinstellung, die nur mit minimalen Verzerrungen ausgeführt ist. Der fehlende eigene Videobutton ist für Menschen, die selten bewegte Bilder aufnehmen, zu verschmerzen. Während teurere Kameras auf die Benutzung per Touchscreen setzen, gibt es bei der Coolpix S570 konventionelle Tasten, die relativ wenig Rätsel aufgeben und die Navigation durch die vergleichsweise schnörkellosen Menüs klappt auf Anhieb. Wie bei Nikon üblich, gibt es ein Fokussierlicht, das unabhängig vom eingebauten Blitz arbeitet und mit dem man auch rote Augen verhindern kann. Im Gerät selbst kann man etliche Bildbearbeitungsfunktionen dazuschalten, wobei die Palette hier von der Hautweichzeichnung bis zur Kontraständerung reicht. Ausreichend schnelle Serienbilder können geschossen werden und anhand der vorhandenen Einstellmöglichkeiten kann jeder schöne Fotos schießen. Leider fehlt die Möglichkeit, Blende bzw. Verschlusszeit einzustellen, für den Großteil der potenziellen Käufer wird das aber kein wichtiger Faktor darstellen. Fazit: Wir sprechen für die Nikon Coolpix S570 eine Kaufempfehlung im Segment der günstigen Digicams aus.
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(Foto: Nikon)
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