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Nettes Flair in der Bergbau-Metropole

Nach Graz ist Leoben mit deutlichem Abstand (nämlich 25.000 Einwohnern) die zweitgrößte Stadt im Bundesland Steiermark und konnte sich seit dem 19. Jahrhundert als Wirtschaftsstandort nicht nur in der Region, sondern auch überregional etablieren. Die Stadt liegt geografisch gesehen in der Obersteiermark und der Ortskern befindet sich in einer Schleife des Mur, die aus dem Lungau in Salzburg und dem benachbarten Bruck kommend schließlich als Hauptfluss des Bundeslandes auch die Landeshauptstadt Graz durchquert und diese maßgeblich prägt. Mehrere Brücken in Leoben und der geschwungene Verlauf des Gewässers verleihen der Stadt in Verbindung mit den schönen Altstadthäusern einen ganz besonderen Charme. Auch die Verbindung von klassischer und moderner Architektur ist hier sehr gut gelungen.

Leoben - Sympathische Kleinstadt in der Steiermark

(Fotos: nurido.at)

In der Innenstadt von Leoben findet man eine für die Größe der Stadt beträchtliche Anzahl sehenswerter Gebäude und bedingt durch den Standort als Universitätsstadt eine lebhafte Szene von Cafés bzw. Restaurants. Am erst vor wenigen Jahren neu gestalteten Hauptplatz gehören das aus 1485 stammende Alte Rathaus bzw. Kongresszentrum und natürlich das leuchtend rote Hacklhaus aus dem 16. Jahrhundert mit seiner liebevoll verzierten Stuckfassade zu den dominierenden Bauwerken. In der Mitte der großen Fläche ist die Dreifaltigkeits- bzw. Pestsäule angebracht und seitlich haben noch der Bergmanns- und Engelsbrunnen ihren Platz gefunden.

Blick vom Hauptplatz Leoben mit dem Engelsbrunnen

Richtung Gustav Adolf Kirche

Als Wahrzeichen von Leoben gilt der Mautturm, der umgangssprachlich - aufgrund des im 18. Jahrhunderts im Rahmen einer erdbebenbedingten Renovierung aufgesetzten Daches - als "Schwammerlturm" bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um das letzte noch erhaltene Stadttor, das bereits 1280 erstmalig errichtet wurde.

Der "Schwammerlturm" in Leoben

Die Stadtpfarrkirche Leoben

Unweit vom Hauptplatz liegt die Leobener Stadtpfarrkirche, die dem heiligen Franz Xaver geweiht ist und mit ihrer mächtigen, schnörkellosen Fassade im Stil anderen Jesuitenkirchen (etwa der Michaelerkirche in Steyr-Zwischenbrücken) nachempfunden ist. Das frühbarocke Gebäude wird seit den 90er Jahren laufend restauriert.

Selbstverständlich steht in Leoben das Thema Bergbau im Mittelpunkt, denn die örtliche Montanuniversität gehört zu den wichtigsten Orten in Europa, um eine branchenspezifische Ausbildung zu durchlaufen, auchverschiedenen Schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind in der Bezirkshauptstadt angesiedelt.

Die bekanntesten Unternehmen in Leoben sind die Brauerei Göss, die Donawitz-Stahlhütte der voestalpine AG, die Mayr-Melnhof Holzverarbeitung oder der Leiterplattenhersteller AT&S (wo erst im Sommer 2009 rund 300 Mitarbeiter abgebaut werden mussten). Im Zusammenhang mit dem Vorzeigeprojekt des Justizzentrums Leoben kam von Innenministerin Fekter der Vorschlag, hier auch ein Schubhaftzentrum zu bauen, wo 200 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Von Bürgermeister Konrad kam jedoch sofort eine Absage an diese Idee, die grundsätzlich in Form einer entsprechenden Flächenwidmung unterstützt werden müsste.