Die frühere Eisenstadt bezaubert mit Charme
Steyr ist nach Linz und Wels mit 38.500 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Oberösterreich und war früher ein wichtiger Standort für die eisenverarbeitende Industrie. Dadurch brachte man es im Lauf der Zeit zu einem beachtlichen Wohlstand. Heute ist die Romantikstadt in vielerlei Hinsicht bekannt und kann sich als Wirtschaftsregion sowie Zentrum im Bildungsbereich mit verschiedensten Schulen behaupten. Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle, wobei man Steyr auch immer noch als Geheimtipp bezeichnen kann, denn durch die ungünstige Anbindung an die Hauptverkehrsrouten geht viel Potenzial verloren. Trotzdem locken verschiedenste Sport- und Kulturevents viele Besucher an und gerade in der Vorweihnachtszeit ist die Stadt mit der Tradition rund um das "Christkindl" eine Besonderheit, dann kann man auch mit einem Oldtimerpostbus fahren. An Sommerwochenenden verkehrt dagegen die Steyrtalbahn ab dem Museumsbahnhof Steyr bis nach Grünburg.
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Steyr - Oberösterreichische Stadt mit viel Flair
(Fotos: nurido.at)
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Steyr liegen praktisch alle im Bereich der Altstadt, wobei am Stadtplatz das gotische Bummerlhaus (dessen Fundament wohl schon im 13. Jahrhundert errichtet wurde), die barocke Marienkirche und das Rokoko-Rathaus neben den weiteren liebevoll gepflegten Gebäuden am auffälligsten sind. Weithin über die Stadt sichtbar ist zudem die Stadtpfarrkirche mit ihrem riesigen, 80 Meter hohen Turm und einer bewegten Geschichte, die wohl bis ins Jahr 1100 zurückgeht. Nachdem man über Jahrhunderte hinweg an dem Gotteshaus baute und es im 17. Jahrhundert im Barock gestaltet wurde, folgte im 19. Jahrhundert der Umbau im gotischen Stil, in dem die Stadtparrkirche heute erstrahlt.
Weitere bekannte Sehenswürdigkeiten: Der Dunklhof im Stadtteil Steyrdorf, das Schloss Vogelsang und das seinem Erbauer Josef Werndl gewidmete Denkmal im Bereich der Promenade sowie das Museum Arbeitswelt bei der Fachhochschule im Wehrgraben.
Steyr besitzt drei alte Stadttore, wobei das Neutor zum Stadtplatz hin in Verbindung mit dem Innerberger Stadl das städtische Museum sowie das Steyrer Kripperl (einem Aufführungsort von Mundart-Puppenspielen in der Adventszeit) beheimatet. Das Schnallentor befindet sich im höher gelegenen Stadtteil Tabor beim Friedhof und das Kollertor außerhalb der Altstadt unweit vom Hauptpostamt. Von hier hat man einen guten Ausblick auf die Mündung der Steyr in die Enns bei Zwischenbrücken, rechts davon liegt die Michaelerkirche und links erhebt sich das Schloss Lamberg, das auf die im 10. Jahrhundert errichtete Styriaburg zurückgeht.
Steyr bietet für Besucher und Einheimnische eine große Anzahl von Freitzeitmöglichkeiten, wobei mehrere Schwimmbäder im Sommer, der Eislaufplatz im Winter und viele Wege zum Radfahren oder Laufen einladen. Erreichen kann man die Stadt von außen leider nur etwas umständlich über Bundesstraßen von St. Florian, Enns oder Haag aus. Per Bahn gelangt man in etwa 30 Minuten über St. Valentin bequem in die Eisenstadt, wobei die Züge größtenteils im Halbstundentakt verkehren.
Steyr liegt am Zusammenfluss von Enns und Steyr und ist bis heute von vielen Hochwasserkatastrophen heimgesucht worden. Die wohl schwersten Überschwemmungen in letzter Zeit ereigneten sich im August 2002, wo nicht nur die Flüsse über die Ufer traten, sondern das Gebiet des Wehrgrabens durch die ansonsten "harmlose" Steyr weitläufig unter Wasser stand und sogar der relativ hoch gelegene Stadtplatz bzw. die dortigen Gassen teilweise von der Enns überflutet wurden. Generell wird die Innenstadt praktisch jeden Sommer ein bis zwei Mal mit leichtem Hochwasser konfrontiert und die Bewohner haben mit dieser Bedrohung leben gelernt.
Die Entwicklung von Steyr:
Steyr galt bis Mitte des 15. Jahrhunderts direkt nach Wien als reichster Ort Österreichs und war lange Zeit wichtiger als die spätere Landeshauptstadt Linz, die aufgrund der besseren Lage von Maria Theresia zum Zentrum für Verwaltung und Regierung gemacht wurde. Ab etwa 1600 folgte ein ständiges Auf- und Ab in Steyr, wobei sich wirtschaftliche Erfolge und gewalttätige Auseinandersetzungen bis zu den Weltkriegen abwechselten. Da die Stadt als Produktionsstätte für Waffen ein strategisches Angrifssziel darstellte, folgten immer wieder schwere Zerstörungen. Nach dem 2. Weltkrieg fand jedoch ein rascher Neuaufbau statt und der gute Ruf als Industriegegend (der nicht zuletzt der Familie Werndl zu verdanken war) sorgte dafür, dass auch im 20. Jahrhundert zahlreiche nahmhafte Unternehmen hervorgebracht werden konnten bzw. sich hier ansiedelten.
Wichtige Unternehmen in Steyr:
1979 errichtete BMW in Steyr ein großes Motorenwerk mit dem Schwerpunkt auf Dieselaggregaten. Bis heute wurden hier fast 4 Mrd. Euro investiert und etwa 2500 Mitarbeiter produzieren pro Jahr gut 700.000 fertige Motoren und Millionen von Teilen für die Fahrzeug-Antriebe. Zum täglichen Bild der Stadt gehören auch unzählige BMW-Prototypen (sog. Erlkönige), die in der Umgebung ihre Runden drehen.
Die legendären Steyr-Werke wurden im Lauf der 80er und 90er Jahre schrittweise verkauft und so ging etwa die LKW-Fertigung an MAN, die Traktorensparte an ein FIAT-Tochterunternehmen (mit Sitz im benachbarten St. Valentin) und andere Teile an ZF bzw. Magna.
Der Sitz des Familienunternehmens Hartlauer befindet sich seit der Gründung in Steyr und geht auf ein kleines Fotogeschäft zurück. Im Lauf der Jahre konnte eine beachtliche Handelskette mit über 150 Filialen in ganz Österreich aufgebaut werden. Die Firma Hartlauer gilt neben dem Verkauf von Elektronikprodukten als Pionier mit Bereich sehr günstiger Brillen, die teilweise mit Markenfassungen und selbst erzeugten Gläsern zu Niedrigstpreisen angeboten werden.
Eckelt Glas (seit 1989 zum Saint-Gobain Konzern gehörend) hat sich über die Jahre zum Experten für Spezialverglasungen gemausert und zeichnet international für außergewöhnliche Lösungen verantwortlich, darunter die BMW Welt in München oder das Lentos Kunstmuseum in Linz.
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